Mobbing

Was ist Mobbing am Arbeitsplatz?

Mobbing entspringt ursprünglich dem Lateinischen „mobile vulgus“ und dem Englischem „to mob“. Geprägt wurde der Begriff ursprünglich durch den Verhaltensforscher Konrad Lorenz, welcher mit diesem zunächst Gruppenangriffe von Tieren auf einen Fressfeind oder sogar überlegene Gegner wie z.B. von Gänsen auf einen Fuchs bezeichnete (1963).

Unter Mobbing wird heutzutage in der Regel „Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel die Betroffenen aus dem Betrieb hinauszuekeln“ verstanden. Im weiteren Sinne ist unter Mobbing aber das generelle, ständige bzw. wiederholte und regelmäßige Schikanieren, seelisches Quälen und Verletzen von anderen Menschen zu verstehen. Dieses ist von der Bedeutung her grundsätzlich nicht auf den Arbeitsplatz beschränkt, sondern kann auch in der Schule, im Verein oder über das Internet, z.B. über Soziale Netzwerke wie Facebook oder StudieVZ, (in diesem Fall wird es als „Cyber-Mobbing“ bezeichnet) stattfinden. Typische Mobbinghandlungen sind beispielsweise die Verbreitung falscher Tatsachen, die Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, Gewaltandrohungen, soziale Isolation oder ständige (zumeist objektiv unbegründete) Kritik an einer Arbeitsleistung. Im Einzelfall kann es sich auch durch zielgerichteten Entzug von Arbeitsaufgaben äußern. Folgen können daher entweder ein durch Überforderung des Einzelnen herbeigeführter Burn-Out oder im Gegenteil durch eine vorsätzliche Unterforderung begründeter sogenannter Bore-Out sein.

Mobbing am Arbeitsplatz, dem wir uns vorliegend hauptsächlich widmen möchten, wird charakteristischerweise durch einzelne oder mehrere Personen durchgeführt, mit dem Ziel der Erniedrigung oder Ausgrenzung einzelner Personen oder einer Gruppe. Mobbing geschieht dabei meist über einen längeren Zeitraum regelmäßig. Es äußert sich neben den oben aufgeführten Umständen z.B. insbesondere auch durch das Vorenthalten von Informationen, dem Streuen von Gerüchten und dem Spinnen von Intrigen. Dies kann durch Vorgesetzte und Kollegen, seltener aber auch durch Untergebene geschehen. Letzteres nennt sich dann fachbegrifflich „Bossing“.

Schätzungen zufolge leiden heutzutage etwa 1 Millionen Berufstätige unter Mobbing am Arbeitsplatz.

Es ist davon auszugehen, dass Mobbing durch den zunehmenden Druck auf den Einzelnen, in Form einer gestiegenen Arbeitslast, aber auch durch die hohen Erwartungen an die Qualität der Arbeit und damit durch einen erhöhten Leistungsdruck und ein entsprechendes Konkurrenzverhalten der Arbeitnehmer untereinander, in unserer Zeit und Gesellschaft sehr zugenommen hat und aktuell immer weiter zunimmt. Diese psychische Belastung des Einzelnen kann unter Umständen dabei sogar in chronische Erkrankungen münden, sofern diese nicht rechtzeitig erkannt und ihr gegengesteuert wird.

Mobbingopfer müssen sich daher wehren! Wir bieten  Ihnen eine sinnvolle und effektive Unterstützung hierbei an!

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Woran bemerkt man Mobbing?

Wie schon oben dargestellt, kann sich Mobbing in vielerlei Hinsicht äußern:

Es kann sein, dass Sie als Mitarbeiter Arbeitsaufgaben erhalten, welche Sie entweder über- oder auch unterfordern. Sie wurden beispielsweise an einen räumlich unattraktiven Arbeitsplatz versetzt oder erhalten Aufgaben, welche nicht ihrem Fachgebiet entsprechen oder aber in Bezug auf Quantität und Anspruch in der dafür vorgesehenen Zeit objektiv nicht von Ihnen bewältigt werden können. Arbeitsfehler werden bei der Ausübung von Kritik meist in übertriebenen Zügen dargestellt. So werden Sie z.B nur noch mit einfachen, deutlich unter Ihrem fachlichen Niveau liegenden Aufgaben betraut oder Ihr Vorgesetzter stellt Sie wiederholt in Meetings mit größerer Teilnehmerzahl vor den versammelten Kollegen aufgrund von Lappalien bloß.

Möglicherweise stellt sich das Szenario auch anders dar: Sie werden als Mitarbeiter von ihren Kollegen oder Ihrem Vorgesetzten ausgegrenzt, Ihnen werden wichtige, für ihre Tätigkeit evtl. unabdingbare Informationen vorenthalten, es wird über Sie in Ihrer Abwesenheit geredet bzw. Sie haben häufig das Gefühl, dass dies so sei könnte, denn andere Mitarbeiter oder direkte Kollege meiden Ihre Nähe und Zusammenarbeit. Oft kann sich dies schon in einem nicht erwiderten Gruß äußern.

Evtl. werden Sie von Ihrem Vorgesetzten oder von anderen Kollegen im Kollegenkreis vor anderen offen kritisiert. Für gute Arbeitsergebnisse werden Sie hingegen nicht gelobbt bzw. werden diese nicht als solche dargestellt oder einfach nicht erwähnt.

Soziale Ausgrenzungen und Parteienbildung in Ihrem Umfeld Ihnen gegenüber können sich im Einzelfall bis hin zur Gewaltandrohung und –Anwendung steigern! Dies kann im Extremfall sogar sexuelle Gewalt sein!

Ein ganz anschaulicher Beispielfilm: